Fotocredit: © Stadtgemeinde Tulln, Alfred Fröhlich

Nibelungendenkmal

Stadtgemeinde Tulln, Das Nibelungendenkmal

Geschichtsträchtig: Die Nibelungen

Das Nibelungendenkmal bzw. der Nibelungenbrunnen ist eine Gestaltung der Szene "Begegnung von Kriemhild, der Burgunderkönigin, und dem Hunnenkönig Etzel in Tulln" in Form einer Bronzeskulpturen-Dokumentation, geschaffen vom Bildhauer Michail Nogin.

Morgenland trifft Abendland

Der Brautempfang Kriemhild durch Etzel in Tulln war ein friedvolles Fest, das heute als Symbol für die kulturelle Begegnung zwischen Abend- und Morgenland, zwischen Ost und West gesehen wird. Der Nibelungenbrunnen ist damit Erinnerungsstätte an einen der historischen Orte des Nibelungnliedes und dokumentiert die geschichtsträchtige Vergangenheit Tullns sowie die Verbundenheit der einzelnen Donauregionen.

Die mittelalterliche Stadt Tulln nimmt in der Sagenerzählung des Nibelungenliedes, verfasst etwa um 1200, eine besondere Stellung ein: Auf ihrer Brautfahrt ins Hunnenland trifft Kriemhild, von Traismauer kommend, hier in Tulln den König Etzel und sein Gefolge. Dieses Treffen schildert der Dichter in den adeligen Lebensformen der Zeit um 1200. Kriemhild steigt vom Pferd, zwei Fürsten tragen ihre Schleppe und Markgraf Rüdiger, ihr Begleiter, stellt ihr den König und dessen zahlreiche Gefolgsleute, Hunnen und Germanen, vor.

Zu Ehren der Königin finden dann auf dem Tullnerfeld ritterliche Kampfspiele statt, in denen Etzel die tausendfache Heeresmacht seines Reiches zur Schau stellt. Dem Dichter ist dieses Ereignis hundert Verse wert. Von Tulln zieht man dann weiter nach Wien, wo in aller Pracht Hochzeit gefeiert wird.

Das der Dichter Kriemhild und Etzel hier in Tulln einander begegnen lässt, zeigt die Bedeutung der Stadt um 1200. Sicher schwingt auch die Erinnerung des Dichters mit, dass 250 Jahre vor seiner Zeit etwa hier die Grenze zwischen dem Westen – damals Deutschland, und dem Osten – damals Ungarn, verlief.

Stadtgemeinde Tulln, Nibelungendenkmal

Wasser-Kunst

Zum ganz besonderen Anblick wird der Nibelungenbrunnen in Sommernächten beleuchtet. Eine integrative und ästhetische Licht-Wasser-Stein-Komposition des Brunnenbildhauers Prof. Hans Muhr verleiht dem Kunstwerk noch mehr Tiefe: 

Die Fontänen entspringen aus einem aufgeschlagenen Buch - dem Nibelungenlied. Abwechselnd werden die Fontänen auf beiden Seiten stärker, bis ihre Wasserströme sich schließlich berühren und vermischen - auch dies entspricht der Symbolik der einander annähernden Welten Ost und West in Tulln.

Die Denkmalfiguren

Die Gruppe links umfasst zwei schleppentragende Fürsten, Markgraf Rüdiger und Kriemhild, jene rechts den König Etzel, seinen Bruder Bleda und die Könige Dietrich von Bern und Gibich. Mit dem Kind weist der Künstler auf den Sohn aus der Ehe von Etzel und Kriemhild hin. Die verschränkten Fontänen des Brunnens sollen die Verbindung zwischen West und Ost symbolisieren, das aufgeschlagene Buch weist auf die schriftliche Überlieferung des Liedes hin. Das rechte Blatt ist leer - die Zukunft ist ein noch unbeschriebenes Blatt.

Das Denkmal ist im Sommer 2005 eröffnet worden. Der große Platz erhielt den Namen Nibelungenplatz.

Tullner Altstadtführer

Der Stadthistoriker Hofrat Dr. Roderich Geyer weiß in Tulln über fast jede Ecke eine spannende Geschichte zu erzählen. Sein Wissen über die Tullner Altstadt hat er in einem Booklet zusammengefasst, das jedem interessierten Gast, Spaziergänger und Geschichtsfan nur ans Herz gelegt werden kann.

Der Tullner Altstadtführer steht gratis zum Download zur Verfügung. Wer lieber etwas in der Hand hält, kann die Druckausgabe in der Tourismus-Info Tulln um den Selbstkostenpreis von € 3,50 kaufen.

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Ein besonderer Ohrenschmaus ist der Auftritt des Jugendsinfonieorchesters NÖ im Jahr 2016 auf der Donaubühne in Tulln. Hier geht's zum Konzertausschnitt "Der Nibelungenbrunnen"