Zu Zeiten der Römer...

 
... als Tulln noch Comagena hieß
... als Tulln noch Comagena hieß

... als Tulln noch Comagena hieß

Winter im 1. Jahrhundert n. Chr. Römische Truppen haben sich entlang der Donau stationiert. Bewaffnete Reiter kontrollieren den nördlichen Grenzwall des römischen Reiches. Höchste Zeit, eine Wehranlage zu errichten, die Schutz bietet. Der richtige Ort ist bald gefunden. Kastell Comagena wächst aus dem Boden. Und mit ihm die ersten Grundmauern Tullns. Einer Stadt mit 2000-jähriger Geschichte.

Dass Tulln eine der ältesten Städte Österreichs ist, verdankt es seiner exponierten Lage direkt an den Ufern der Donau. Bereits die Römer sahen darin einen klaren Vorteil: Sie gründeten das Kastell Comagena. Bis ins 4. Jahrhundert schützten die hier stationierten Reitertruppen den norischen Limes, kontrollierten die militärisch bedeutsame Furt und überwachten das fruchtbare Tullnerfeld. Ab der Spätantike war Comagena sogar Flottenstützpunkt der Donauflotte.Das Kastell umfasste ein Fläche von ca. 5 bis 6 Hektar und hatte eine Besatzung von 1.000 Mann berittener Bogenschützen, eine Sondereinheit der römischen Armee, samt dem notwendigen Begleit- und Stabspersonal.

Wer mehr von der langen Geschichte Tullns und den noch vorhandenen stummen Zeugen erfahren möchte, dem ist der Tullner Altstadtführer empfohlen. Erhältlich um den Druckkostenbeitrag von € 3,50 in der Tourismus-Info Tulln (Minoritenplatz 2).

Stumme Zeugen der Römer

Stumme Zeugen aus dieser Gründungszeit Tullns sind der Römerturm und die Überreste des römischen Doppeltores "Porta Principalis Dextra". Insgesamt hatte das Lager vier Tore, mittels Berechnungen konnte auch der Ort des westlichen Tores ermittelt werden. Das nördliche Drittel des Lagers wurde im Frühmittelalter von der Donau weggerissen. Auf der Straße zwischen Tulln und Königstetten steht noch ein römischer Meilenstein, der eine Hauptverbindungsstraße (Reichsstraße) markierte und die Entfernung nach Cetium (St. Pölten) angab.

Mit dem Römermuseum hat die Stadt Tulln ihrer römischen Vergangenheit ein Denkmal gesetzt, hier sind u.a. zahlreiche Kleinfunde mehrerer Stadtkerngrabungenzu bestaunen.

Römischer Fächerturm
1989 wurde im Hof der Hauptschule in der Wienerstraße ein weiterer Teil der Befestigung des Römerlagers ausgegraben, nämlich der Verbindungsgang des südöstlichen Fächerturmes von den Lagermauern zum eigentlichen Turm.

Diese ausgegrabenen Mauern sind fast durchgehend 1,80 m breit und 2,60 m hoch. Auch sie gehören der späteren Bauphase des Tullner Römerlagers aus der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts an.

Eine Besichtigung ist nur im Rahmen von Führungen möglich.